links vom 11.09.2014

  •  Recht auf digitale Unversehrtheit – connected
  • Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Strafen für Vergehen dagegen sind durchaus heftig (auch wenn nicht in allen Fällen heftig genug). Analog2 ist es notwendig, ein Recht auf digitale Unversehrtheit umzusetzen und sich von irgendwelchen Sicherheitsalgorithmen und Dateneigenarten als Argument für irgendwas zu verabschieden.

    Ein solches Recht würde nicht nur ein für alle Mal den expliziten Wünschen von Menschen bezüglich ihrer nichtpublizierten Daten einen ernsthaften, nicht aus dem Urheberrecht sondern aus der Würde eines jeden Menschen abgeleiteten Rahmen geben, sondern vor allem auch ein klares Signal für ein neues Verständnis des Netzes setzen: Die Digitalsphäre als Raum menschlicher Existenz mit allen Verpflichtungen, die dieses Verständnis mit sich bringt.

    das netz dem menschen anpassen und damit auch noch nutzbarer zu machen ist eine sehr sinnvolle idee. diesen text kann man nur unterschreiben

  •  Wann ist ein Kind ein Kind? | Frau Dingens
  • frau dingens schreibt über kinder in computerspielen am beispiel von clementine aus "the walking dead". sie bezieht sich insbesondere auf season 2 und die rolle, die clementine dort einnimmt und welche belastungen sie erfährt. dazu schreibt sie:

    So interessant es ist, als ein Kind zu spielen – so viel Sorgfalt würde ich mir doch von den Publishern wünschen. Gerade für jüngere Spieler_innen, die noch deutlich näher am Kindlichen dran sind als ich mit 29, ist es wichtig auch das kindhafte, junge, unschuldige so lange zu bewahren wie möglich, und es nicht aus narrativen Gründen gewaltvoll wegzureißen. Unsere Gesellschaft hat oftmals Probleme, Kinder als Kinder zu begreifen und nicht als verkleinerte Ausgabe von Erwachsenen – und das spiegelt sich manchmal auch in Spielen.

    dieser aussage kann ich im ersten moment nur zustimmen.

    im zweiten moment stellt sich mir die frage, ob das wirklich so ist und ob man nicht davon ausgehen kann, dass die spieler*innen zum einen zwischen realität und spiel so differenzieren können und zum reflektieren angeregt werden, dass sie oft besser mit solchen situationen umgehen können, als man meint. vielleicht scheint es uns viel wichtiger kinder zu behüten und zu beschützen, als es diese benötigen.

    allerdings kann ich dennoch voll und ganz unterschreiben, dass man kinder nicht wie kleine erwachsene behandeln sollte.

twitterfavoriten märz, april, mai, juni, juli und august

schon lange keine twitterfavoriten mehr hier gehabt. die letzten stammen noch aus dem februar. daher hier nun eine umfangreichere sammlung der letzten monate.

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AeroPress Coffee

seit einigen tagen bin ich besitzer einer  aeropress und bereite darin meinen kaffee zu. vorher habe ich eher zur french press gegriffen.

der kaffee aus der aeropress ist sehr lecker. aktuell verwende ich den  pirates blend von den  sweet coffee pirates. gemahlen wird er ein einer handmühle ( hario skerton). das ergibt ein sehr leckeres ergebnis. der kaffee ist sehr lecker und die zubereitung macht eine menge spaß. man zelebriert damit den kaffee noch einmal anders.

vor allem das ausprobieren unterschiedlicher zubereitungsarten macht eine menge spaß und man merkt, wie unterschiedlich der kaffee schmecken kann.

und da ich lust hatte ein video zu erstellen, kann man hier eine der varianten der kaffeezubereitung sehen. allerdings fehlt zwischen den rührvorgängen eine minute video. solange ist der kaffee nämlich gezogen, bevor er durch den filter gepresst wurde.

 

 Aeropress Coffee from  endorphenium on  Vimeo.

twitterfavoriten februar 2014

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#piraten, wir müssen reden

oder vielmehr muss ich euch etwas sagen.

ich weiß, dass ich euch jetzt einfach pauschal gemeinsam anspreche. und ich werde nicht differenzieren. ich spreche euch als partei an.

ich habe euch gewählt. mehr als einmal. eine abgeordnete aus meinem wahlkreis hat es in den landtag geschafft. und soweit ich das als außenstehender sehe, macht sie gute arbeit. insbesondere weil sie nicht immer “auf linie” war, sondern begründet ihre eigenen entscheidungen getroffen hat. und diese begründungen offengelegt hat. weil sie immer gesprächsbereit war. weil sie nachdenkt. weil sie offen für neues ist. weil sie transparente politik macht und diese begründen kann.

ich war nicht immer mit ihr einer meinung. darüber haben wir uns konstruktiv austauschen können.

das mag ich. immer noch. und ich glaube, dass es in diesem falle so bleiben wird.

daneben fand ich viele dinge, die ihr zu eurem thema gemacht habt, wichtig fand und bei vielen perspektiven mitgehen konnte. das war so bei den kernthemen und das war im rahmen der programmerweiterung immer noch so.

und dann gab es streit. euch wurde vorgeworfen, dass ihr euch öffentlich bekriegt und dadurch wähler verliert. ich ging immer davon aus, dass ihr das offen austragt, was andere im stillen kämmerlein machen. das ist vielleicht nicht immer schön gewesen, manch einer hat über die stränge geschlagen, aber es war eine auseinandersetzung, die dann doch immer zu lösungen zu kommen schien. zumindest war das mein eindruck.

und dann kam das #bombergate und die auseinandersetzung wurde unterirdisch. es war die phase, in der die piraten für mich schwierig wurden. die art der auseinandersetzung, die sichtweise, das #bombergate eine verhöhnung der opfer sei  und vor allem die unglaublich starke rechte strömung innerhalb der piratenpartei haben mich schockiert.

und dann wurden die piraten sehr schwierig. auf einmal meinte man, dass es legitim sei, maskierte aktivist_innen zu identifizieren und das ergebnis zu veröffentlichen.

aber ich hatte einen funken hoffnung, dass in der partei ein selbstreinigungsprozess einsetzt.

und dann kam der #orgastreik. und damit habt ihr meine sympathie verspielt. eine partei, die für freiheit, gegen zensur und unterdrückung eintritt und dann eine zentrale infrastruktur ausschaltet, die werde ich nicht wählen. wer das in irgendeiner form für legitim hält, der irrt sich. gegen solche ideen seid ihr mal angetreten. zumindest dachte ich das.

das ist schade. aber ihr habt mich enttäuscht. und wenn ihr nicht extrem viel arbeitet, dann auch einen wähler verloren.

im moment befürchte ich, dass die piratenpartei deutschland den klarnamenzwang im internet einführen wird, überwachungsinfrastruktur zur verfolgung von unpassenden meinungen einführen möchte und mitgliederdaten an die nsa-sendet.

schreiben wir wirklich das jahr 2014? – maischberger diskutiert über “Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die “moralische Umerziehung”?”

ich habe mir gestern die sendung von sandra maischberger angesehen, in deren vorfeld es bereits beiträge zu dieser gab.

die sendung selbst fand ich ausgesprochen gruselig. stefan niggemeier fasst mit der aussage (asyl für den artikel von stefan niggemeier bei wirres.net)

von der Moderatorin auch noch aktiv gefördert wurde: Dass der Eindruck entsteht, Diskriminierung von Minderheiten und Nicht-Diskriminierung von Minderheiten seien zwei gleichwertige Positionen oder »Meinungen«, die man in einem Duell gegeneinander antreten lassen kann.

schon gut zusammen, wo das problem der sendung liegt.

deutlich besser in die eigentlich unnötige debatte um den bildungsplan, die hier als aufhänger diente, passt der artikel von ulrich klocke in der zeit: “homophob? muss nicht sein”

mir persönlich hat über die sendung hinweg nur meine timeline bei twitter geholfen. und daher sind hier die wunderbaren tweets zur absurdität der sendung. die frage ob wir uns wirklich im jahr 2014 befinden, wenn wir noch eine solche diskussion führen, hat @FrDingens immer wieder angebracht. und diese frage ist völlig berechtigt.

UPDATE: Frau Dingens hat sich auch noch einmal über die Sendung ausgelassen.

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links vom 05.02.2014

  •  BBC News – People always say the same thing about tattoos
  • schöner text über die immergleichen aussagen über tattoos in der presse. und seit wann das schon so läuft.

    "Tattooing is on increase: habit not confined to seamen only," proclaims one headline, while a second article declares: "Tattoos are no longer the trophies of rockers, sailors, bikers…"

    The first appeared in the New York Times in 1908, the second appeared on this website two years ago.

  •  Homosexualität als Schulthema – Ressentiments muss die Politik mit Argumenten begegnen – Bildung – Süddeutsche.de
  • Die radikalen Gegner der Stuttgarter Schulpläne wollen, dass das Fremde unsichtbar bleibt. Sie hoffen, dass Dinge verschwinden, vor denen man die Augen verschließt. Sie verteidigen den Eingang zu ihrer kleinen Welt mit einer Inbrunst, die manchmal frösteln lässt. Und sie liefern so selbst die besten Argumente, warum das Thema sexuelle Toleranz seinen festen Platz im Unterricht braucht.

der tropfende wasserhahn

er hängt still an der wand. er wird schnell übersehen. er ist unauffällig, fast versteckt. er wird kaum wahrgenommen. er macht kein geräusch.
und jetzt ist er plötzlich da. noch immer an der selben stelle. aber ich nehme ihn wahr. jeden tag. für mich ist er nicht mehr versteckt.
er tropft. lautlos. langsam. lautlos und langsam. aber kontinuierlich. die lache unter ihm hat eine feste größe bekommen. sie wird nicht mehr kleiner, aber auch nicht größer. sie ist da. sie macht ihn sichtbar. aber sie stört nicht. man muss nicht hineintreten. man kann sie sehen. und wenn man sie gesehen hat, dann kann man sie nicht mehr ungesehen machen. so wie ihn. er wird sichtbar durch sie.

ob sie und er von anderen als mir gesehen werden? zumindest ändert niemand etwas an seinem zustand.

morgen hänge ich ihm ein schild um. vielleicht sieht ihn dann jemand anders und beendet sein tropfen.

ob er auch dann noch weiterhin sichtbar sein, wenn sie nicht mehr da ist?

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