Das ganze gestaltet sich bisher ausgesprochen interessant.
Während in den ersten Folgen der Figur Knut Hansen noch der CSU-Bürgermeister von Chamerau vorgeführt wird und deutlich macht, dass er eine intensive Abneigung gegen Schwule und Ausländer hat und auch zu verhindern wüsste, dass Asylanten in sein Dorf einwandern würden.
Alexander von Eich, der sich als Adeliger einer Familie annimmt und dieser den sozialen Aufstieg ermöglichen möchte, zeigt sich von seiner bekannten Seite aus “Mein neuer Freund”. Arrogant, egozentriert und voller Abscheu gegen das Bürgertum und Schmarotzer.
Die Familie muss sich unglaublich erniedrigen und in den unmöglichsten Situationen entblöden. Ob diese Familie echt ist oder ob hier Schauspieler antreten und wer eingeweiht ist, das bleibt im Dunkeln und wurde auch auf der Pressekonferenz bewusst im unklaren gelassen. Man kann nur hoffen, dass es sich bei dieser Familie um Schauspieler handelt und diese nicht bloßgestellt wird.
Uwe Wöllner hingegen wird vorgeführt, entblößt dabei aber auf eine sehr lustige Art und Weise die derzeit umgehenden Seuche der Dokusoaps im Fernsehen und das Verhalten der Helfer, Kontrolleure und Berater.
Rechtlich ist laut Christian Ulmen alles abgeklärt und von allen gezeigten Personen wurde die Einwilligung eingeholt. Aus dieser Aussage ist zumindest klar, dass auch die vorgeführte Familie informiert ist, was da gelaufen ist. Man kann nur hoffen, dass Sie nicht gekauft sind.
Die anderen gezeigten Figuren und vorgeführten Personen wirken zumindest auf den ersten Blick so, als ob sie in der Lage wären, sich über die Konsequenzen ihrer Darstellung bewusst zu sein. Von daher ist zumindest deren Vorführung wirklich lustig und moralisch wenig problematisch.
Schön ist der schnelle Aufbruch der Journalisten nach dem Hinweis, dass es nebenan noch etwas zu essen gibt.
