Monthly Archives: August 2008

ulmen.tv startet

Heute um 11.00 Uhr begann die Pressekonferenz zu  ulmen.tv live via  Mogulus.

Das ganze gestaltet sich bisher ausgesprochen interessant.

Während in den ersten Folgen der Figur Knut Hansen noch der CSU-Bürgermeister von Chamerau vorgeführt wird und deutlich macht, dass er eine intensive Abneigung gegen Schwule und Ausländer hat und auch zu verhindern wüsste, dass Asylanten in sein Dorf einwandern würden.

Alexander von Eich, der sich als Adeliger einer Familie annimmt und dieser den sozialen Aufstieg ermöglichen möchte, zeigt sich von seiner bekannten Seite aus “Mein neuer Freund”. Arrogant, egozentriert und voller Abscheu gegen das Bürgertum und Schmarotzer.
Die Familie muss sich unglaublich erniedrigen und in den unmöglichsten Situationen entblöden. Ob diese Familie echt ist oder ob hier Schauspieler antreten und wer eingeweiht ist, das bleibt im Dunkeln und wurde auch auf der Pressekonferenz bewusst im unklaren gelassen. Man kann nur hoffen, dass es sich bei dieser Familie um Schauspieler handelt und diese nicht bloßgestellt wird.

Uwe Wöllner hingegen wird vorgeführt, entblößt dabei aber auf eine sehr lustige Art und Weise die derzeit umgehenden Seuche der Dokusoaps im Fernsehen und das Verhalten der Helfer, Kontrolleure und Berater.

Rechtlich ist laut Christian Ulmen alles abgeklärt und von allen gezeigten Personen wurde die Einwilligung eingeholt. Aus dieser Aussage ist zumindest klar, dass auch die vorgeführte Familie informiert ist, was da gelaufen ist. Man kann nur hoffen, dass Sie nicht gekauft sind.

Die anderen gezeigten Figuren und vorgeführten Personen wirken zumindest auf den ersten Blick so, als ob sie in der Lage wären, sich über die Konsequenzen ihrer Darstellung bewusst zu sein. Von daher ist zumindest deren Vorführung wirklich lustig und moralisch wenig problematisch.

Schön ist der schnelle Aufbruch der Journalisten nach dem Hinweis, dass es nebenan noch etwas zu essen gibt.

No Title

Hubertus Heil, Twitter und die Presse

 Spiegel Online und  sueddeutsche.de empören sich heute über  Hubertus Heil und seine  Tweets. Dabei gehen beide Medien darauf ein, dass Hubertus Heil sich damit lächerlich macht, das ganze peinlich ist und dabei auch keine Information herumkommt.  Thomas Knüwer hat sich diesem Thema in seinem Blog bereits angenommen und sicher werden spätestens morgen noch einige Beiträge zu diesem Thema folgen. Der derzeit immer wieder auftauchende Konflikt zwischen Printmedien (natürlich nicht allen) und Onlineveröffentlichungen, unter anderem auch bei Thomas Knüwer in  diesem Beitrag angesprochen, verfällt in meiner digital-gefilterten Wahrnehmungen immer mehr in eine durch Arroganz geprägte Diskussion. Zumindest von Seiten der Printmedien. Da definieren sich die Eliten in der Beurteilung von Sachverhalten, von Berichterstattungen und Kommentaren und bestehen darauf, dass Sie die einzige Instanz sind, die eine mediale Deutungshoheit besitzt. Vieles von dem, was im Web steht, ist jedoch neu und bricht Grenzen auf. Allein die Nutzung von  Hypertext und  Blogs bietet neue Formen von Texten, Lesarten und Informationsverbreitung und -verknüpfung. Einige der Informationen, die Mittels dieser neuen Methoden verbreitet werden, sind qualitativ auf dem selben Niveau, wie auch Beiträge “alter Medien”. Gleichzeitig verbreiten auch unglaublich viele Menschen im Internet Unsinn und Unwahrheiten, vor allem aber belangloses oder nur für einen eigeschränkten Personenkreis interessantes (Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen…etc) Und viele dieser belanglosen Botschaften, sind dennoch für mehr Menschen interessant, als man ahnt. Der Austausch, der informelle Rahmen und auch die spontane Wortwahl bieten die Möglichkeit leicht in eine Kommunikation einzutreten. Und genau diese Möglichkeit bietet  Twitter Und Hubertus Heil nutzt sie. Auf genau diese Weise. Neue Medien sind nicht immer nur neue Transportformen für Inhalte, sondern verändern auch deren Form. Und gerade Twitter bietet die Möglichkeit leicht Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und kurze Botschaften an Interessierte zu versenden (oder Notizen an sich selbst), ohne dabei auf die Formen achten zu müssen, die die professionelle Presse oder ein bestimmtes Medium fordern. Und diese Form der Kommunikation oder Mitteilung besticht auch gerade dadurch, dass sie schnellebig ist. Tweets werden schnell verdrängt, geraten in Vergessenheit und sind dadurch aMarkus Heil, Twitter und die Pressenderen Regeln unterworfen, als dies Blogeinträge, Pressemitteilungen, Interviews oder Zeitungsartikel sind. Hubertus Heil nutzt diese Möglichkeit der Kommunikation und Information. Und er tut dies auf die Weise, die aus meiner Wahrnehmung beim twittern die übliche ist. Locker, frei, spontan, schnell und persönlch. Wenn die Wahrnehmung eines Ausflugs in die USA von einem Politiker nicht interessiert oder wer diese gefiltert und zugespitzt in Fernseh oder Zeitungsinterviews serviert bekommen möchte, der muss Hubertus Heil ja nicht followen. Ich tue es dennoch. Ich erwarte aber eben nicht, dass er sein Parteprogramm via Twitter mitteilt. Schade, dass eine offene, schnelle Kommunikation mit und Information an jeden Interessierten nicht akzeptiert werden kann, sondern sich wieder jemand meldet, der besser über Hubertus Heils USA-Aufenthalt und seine spontane Wahrnehmung berichten zu können meint.

EDIT:

Auch Nico Lumma hat sich in seinem Blog  des Thema angenommen und  mspro hat  einen schönen Tweet zum Thema verfasst