Posts Tagged: deutschland

Flaschenhersteller sollen für Wein bezahlen?

Ich lese gerade  “Unbegründete Sorgen anlässlich des Leistungsschutzrechts” von Christoph Keese. Der Artikel stellt eine Replik auf einen  Artikel von Kai Biermann auf  zeit.de

Der Artikel von Kai Biermann entwickelt mit 4 Argumenten einen Entwurf der Probleme eines Leistungsschutzrecht.

Das erste Argument bezieht sich dabei auf die bisher kostenlosen Inhalte von Verlagen. Es sei nun nicht nachvollziehbar, warum man dafür nachträglich Geld haben wolle.

Das zweite Argument bezieht sich auf die Gefahr des Kopierens von Inhalten. Dieser könne jedoch bereits mit dem aktuellen Urheberrecht reagiert werden.

Das dritte Argument wirft den Vertretern des Leistungsschutzrechts Verlogenheit vor. Insbesondere, da nicht die Urheber, sondern die Verlage von diesem Recht profitieren. Dabei werden die Urheber vorgeschoben, um dieses Leistungsschutzrecht zu legitimieren.

In seinem vierten Argument beschreibt Biermann die Gefahr von nicht mehr frei verwertbaren Nachrichteninhalten und dem damit eingeschränkten freien Fluss von Informationen.

Christoph Keese reagiert in seinem Artikel auf Kai Biermann.

Dabei greift er die einzelnen Argument auf. Und entgegnet auf den Hinweis, dass die Inhalte kostenlos im Netz seien und die Verlage nicht selbst die Aggregatoren entwickelt hätten:

 “Verlage produzieren Inhalte, oder um einen Vergleich zu bemühen: Verlage stellen den Wein her, nicht die Flaschen. Es hat sich heraus gestellt, dass mit Flaschen derzeit mehr Geld zu verdienen ist als mit Wein. Sollte man deswegen den Wein aufgeben und auf Flaschen umsatteln? Ich fände das falsch. Besser ist es, weiter zu versuchen, mit Wein Geld zu verdienen. Dazu gehört auch, aber natürlich nicht nur, vom Flaschenhersteller etwas Geld für den Wein zu bekommen.”

Ich bin mir nicht sicher, aber meines Erachtens nach, kaufen Weinhersteller die Flaschen beim Flaschenproduzenten ein, oder? Allerdings reden wir hier von zwei Produkten. Vielmehr klingt hier an, dass der Weinhersteller Geld dafür haben möchte, dass der Händler im Prospekt den Wein anpreist. Und der Weinhersteller will Geld haben, ohne dass der Händler bisher eine Flasche Wein verkauft hat. Der Weinhersteller verschenkt seinen Wein sogar am Herstellungsort. Und der Händler, der darauf hinweist, der soll dafür zahlen.

Auf das zweite Argument entgegnet Keese, dass Aggregatoren eben nicht dafür zahlen, dass sie Inhalte ausliefern. Dieses Argument ist nachvollziehbar, insbesondere die Aggregatoren, die damit Geld verdienen, indem sie die Inhalte weitergeben. Aber genau dieser Fall sollte eben abgedeckt sein. Das es hier eben eine bestehende Rechtslage gibt, wird von Keese ignoriert.

Seine Reaktion auf Biermanns drittes Argument ist, dass die Verleger selbstverständlich mit den Urhebern über die Inhalte verhandeln werden und auch die Journalisten am Leistungsschutzrecht verdienen werden. Hier kann man ja mal abwarten, was in Zukunft möglich sein wird.

Dem letzten Argument wird entgegen gehalten, dass es eben bereits jetzt schon nicht erlaubt ist, Inhalte zu kopieren, die journalistisch aufbereitet sind. Die Nachricht selbst bleibt weiterhin frei.

Spannend ist der Schluss von Keeses Artikel, in dem er eine Entgegnung auf Abschlussfrage von Biermann formuliert. Biermann fragt danach, ob es wohl wahrscheinlicher ist, dass Google News eingestellt wird oder ob Google Geld an die Verlage ausschüttet.

Keese entgegnet, dass

“Produkte, die darauf angewiesen sind, Leistungen von Lieferanten kostenlos in Anspruch zu nehmen, sind nicht marktfähig. Umgekehrt setzen Lieferanten zumeist Preise, die ihren von Kunden bezahlt werden können. Es gibt keinen Grund, warum dieser normale Mechanismus nicht auch auf diesem Markt greifen kann.”

Wie war das mit der Flasche und dem Wein?

Mir leuchtet dabei keineswegs ein, warum man für Verlinkungen Geld zahlen sollte. Und als ein “normaler” Kunde, profitiere ich von diesen Angeboten. Ich möchte gerne bei Suchmaschinen schnell auf die wichtigen Meldungen hingewiesen werden. Ich möchte Angebote vieler Anbieter an zentraler Stelle sehen können. Es ist dabei keineswegs Faulheit die einzelnen Verlagsseiten auf der Suche nach einer Meldung anzusurfen. Insgesamt wird vermutlich eher der soziale Austausch gefördert werden. Facebook, Twitter & Co. sind bereits News-Aggregatoren. Diese leiten mich in weiten Teilen zu den Artikeln, die ich lese. Google News nutze ich für spezielle Infos, die ich Suche. Wenn ich ein Schlagwort recherchiere.

Ich bin gespannt, wann und wie ein LSR kommt. Und was ist die Alternative? Das Google die Verlage nicht mehr listet? Das fände ich im Interesse der Informationsfreiheit sehr schade. Damit würden mir einfach viele Quellen verloren gehen. Eine Neuregelung des Urheberrechts scheint mir auch hier dringend notwendig und wichtig. Aus meiner Perspektive geht es um den Zugang zu Informationen für die Menschen. Diesen gilt es zu erhalten. Dieser bringt uns den Fortschritt. Insbesondere, wenn es um aktuelle Inhalte geht.

Die Auswirkungen auf das  Zitatrecht und auf Blogs die Werbung einblenden sind mir noch völlig unklar. Ich befürchte aber schlimmes…

EDITH: Bei  opalkatze.wordpress.com gibt es weitere Links zum LSR

 

Langeoog

Langeoog by marcwitzel
 Langeoog, a photo by  marcwitzel on Flickr.

Dieses Bild entstand im Herbst auf Langeoog.

Langeooger Strand

Hippies in Bildern

bei  ‘einestages’, dem zeitgeschichtenportal von  spiegel online bin ich die großartigen bilder von john chikago gestossen.

john chikago hat ender 1960er jahre die deutsche hippieszene in bildern festgehalten.

dabei sind großartige fotos rausgekommen. in erster linie hat er wohl einfach mit der kamera draufgehalten, die kamera immer wieder gewechselt und einfach dokumentiert, was er gesehen hat.

dabei sind 120.000 bilder herausgekommen, von denen nun ein teil in köln in im  betahaus zu sehen ist.

bei einestages gibts einen artikel dazu und weitere bilder und bei  WWYD gibts online-galerie mit den werken von john chikago