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Klick mich – Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin

Ich habe soeben die Lektüre von Klick mich von Julia Schramm oder @laprintemps beendet. Besonders begeistert bin ich nicht. Aber ich habe 13,99€ auch schon deutlich schlechter investiert. Soviel steht auch fest.

Bevor ich was zum Buch schreibe, ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass meine Rezension keineswegs in die Reihe der Kommentare von Hatemail am Morgen fallen soll. Wenn also irgendetwas an der Rezension auszusetzen ist, nehme ich hinweise gerne an. Was unter Hatemail am Morgen dokumentiert wird, ist einfach nur dumme Scheiße.

Ausserdem interessiert mich auch nicht, wieviel Geld Julia Schramm für das Buch im voraus bekommen hat oder wieviel sie noch bekommt. Und auch die Debatte um die Takedown-Notice ihres Verlags soll hier nicht der Gegenstand sein. Dazu hat auch @astefanowitsch gebloggt.

Mir geht es um meine Erwartung und mein Leseerlebnis.

Nachdem ich bei Amazon die Beschreibung gelesen hatte, klang das Buch relativ spannend. Aus diesem Grund habe ich die Kindl-Edition erworben und heute gelesen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Buch aktuell eine entsprechende mediale Aufmerksamkeit bekommt. Ich wollte mir eine Meinung bilden. Es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass dieses Buch eines ist, dass man relativ relaxt lesen kann.

Inhaltlich hat es mich aber nicht begeistert und leider auch die von der Amazon-Beschreibung geweckten Erwartungen nicht erfüllt. Dort heißt es:

„Sie leben im Netz. Sie kommen aus dem Netz. Sie kennen die echte Welt und haben noch eine Welt hinter dem Monitor, mit allen Geschichten, allen Bildern, allem Wissen der Menschheit. Von dort aus erobern sie die Wirklichkeit. Die Kinder des digitalen Zeitalters sitzen mittlerweile in den Parlamenten und stehen mächtigen Firmen vor. Wir müssen sie kennenlernen. Julia Schramm – die, die aus dem Internet kommt – erzählt ihre Geschichte. Was sie macht. Wie sie lebt. Wie sie denkt.“

Und leider wird das nicht beschrieben. Ich hatte gehofft mich selbst in dem Buch in Teilen wieder zu finden und einige Anregungen und Infos zu erfahren. Leider blieb eben das aus. Das hat Nerd Attack mich deutlich mehr begeistert.

Julia Schramm beschreibt in dem Buch in erster Linie ihr Leben im Netz und ihr leben mit anderen im Netz. Und sie beschreibt, was das Nachdenken über das Netz bei ihr ist und wie es stattfindet. Dadurch bekommt das Buch zum Teil den Charakter eines Tagebuchs, einer Aneinanderreihung von Blogeinträgen. Mir fehlte ein wenig der rote Faden. Vor allem dann, wenn ein Kapitel einen neugierig gemacht hat. Oft folgt ein ganz anderes Thema und die Auseinandersetzung mit dem vorherigen Thema bricht ab.

Was das Buch allerdings leistet, ist ein Einblick in die Gedankenwelt von Julia Schramm und ihre motivierten Auseinandersetzungen mit dem Netz und unserer Welt. Ich würde nicht jeden Gedanken mitgehen, aber wenn man sich darauf einlässt und bereit ist die Sprünge mit zu gehen, dann ist es nicht völlig un-unterhaltsam.

Insgesamt würde ich das Buch nicht kompromisslos empfehlen, da es doch sehr eigen ist. Aber in ihrem Blog bietet Julia Leseproben an, die ich im Vorfeld empfehlen würde. Bei wem diese das Interesse wecken, dem sei das Buch empfohlen. Alle anderen sollten es eher nicht lesen, da es doch viele Sprünge und auch einige Widersprüche beinhaltet und zumindest für mich auch noch einige weitere Stellen enthält, die einfach überhaupt passen.