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zu meinem -ismen-Artikel

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel über -ismen geschrieben. Oder vielmehr zu meiner Wahrnehmung der Debatten, die ich dazu im Netz verfolge.

Mein Kernpunkt ist, dass ich viele Fragen habe, wie ich mich irgendwie „richtig“ verhalten kann. Und darauf keine Antwort finde. So wie ich die Debatten wahrnehme, gibt es diese wohl auch nicht. Mal abgesehen von „Sei kein Sexist oder anderer -ist“.  Versuche ich. Klappt nicht immer. Aber ich lerne. Im Kleinen. Stück für Stück und Tag für Tag.

Und ich ärgere mich, dass ich wohlwollende Kommentare von Maskulinisten bekomme. Hier wird nicht viel kommentiert. Aber dann das? So wollte ich nicht verstanden werden. Und aus diesem Grund kommt hier nochmal ein großes Danke, an all die Seiten, die aktiv sind und sich engagieren und aus deren Texten ich lerne!!

Die folgende Aufzählung ist sicher nicht komplett, aber das sind die Seiten, die ich regelmäßig lese. Auch an alle anderen, die sich immer wieder gegen -ismen engagieren ein großes Danke!!

http://mama007.wordpress.com/

http://puzzlestuecke.wordpress.com/

http://maedchenmannschaft.net/

http://medienelite.de/

http://blog.katrin-roenicke.net/

http://sanczny.wordpress.com/

http://highoncliches.wordpress.com/

http://femgeeks.de/

http://clararosa.blogsport.de/

http://antjeschrupp.com/

und all die, die ich an dieser Stelle nicht stehen habe, die vielleicht nicht auf meinem Schirm sind, aber die sich Tag für Tag die Mühe machen Kackscheisse anzuprangern und die Welt zu einem besseren Ort zu machen!

DANKE!!

Gedanken zum (Anti)*-ismus im Netz…

…wie er durch meine Filterbubble reinkommt…

TRIGGERWARNUNG – TRIGGERWARNUNG – TRIGGERWARNUNG – TRIGGERWARNUNG

Hier findet eine Auseinandersetzung mit meiner persönlichen Perspektiven auf Feminismus und auch mit andern Auseinandersetzungen mit -ismen im Netz statt. Und ich befürchte, dass diese Auseinandersetzung mit -ismen den ein oder anderen aufregen und vielleicht nicht immer angemessen sind.
Die erste Anregung für diese Auseinandersetzung kam mit der Frage, warum Aktivist*innen immer wieder irgendetwas erklären sollten. Und mit einer Erklärung des Feminismus für Männer von einem Mann und Ermüdungserscheinungen von Aktivist*innen. Auf die einzelnen Beiträge werde ich im Laufe des Textes eingehen und versuchen deutlich zu machen, wo ich nicht mitkomme, wo ich andere Perspektiven auf Dinge habe.

@grrrlsmith twitterte, dass auf der Free Pussy Riot Demo am 17.08.2012 alles verwässert war und es sexistisch Plakate gab.
[blackbirdpie url=“https://twitter.com/grrrlsmith/status/236422523535888384″]
Da ich keine Ahnung habe, was ich mir unter den sexistischen Plakaten im Kontext dieser Demo vorstellen muss und ohne zu wissen, was verwässert ist, bleibt für mich im unklaren, was dort gravierendes passiert ist. Als ich den Tweet las, hatte ich einige Fragezeichen über dem Kopf. Vielleicht läuft mir an anderer Stelle ja noch einmal über den Weg, was das Problem dort war.
Ich habe diesen Tweet als Einstieg herausgepickt, weil er eben für die genannten Fragezeichen bei mir sorgte. Und diese Fragezeichen hatte ich während der ersten Auseinandersetzungen mit Feminismus im Netz sehr häufig. Irgendwann haben sich dann diverse Nebel gelichtet, ich habe versucht noch mehr Licht ins Dunkel zu bringen, zu verstehen und zu reflektieren. Ich habe versucht mir eigene Privilegien bewusst zu machen und eigenes sexistisches Verhalten sowie eigene sexistische Sprache zu reflektieren und vor allem zu merken, wann ich dieses zeige oder diese Sprache verwende. Und ich kann nur teilen, was viele Aktivist*innen in ihren Blogs und auf Twitter immer wieder betonen: Es ist verdammt schwer. Aber es lohnt sich. Es stimmte mich in vielen Fällen zufrieden, wenn ich es gemerkt habe und ich feststellte, welche -ismen ich so reproduziere.

Und nun kommt mein ABER!!

Fangen wir bei den Keksen an. Ich wollte dafür keine, ich habe still gelesen und ich habe versucht genauer hinzuschauen, ich habe versucht mit meinem Umfeld das ganze zu thematisieren, wo ich es für angebracht hielt. Es gab keine Kekse. Das ist aber auch ok. Ich brauche keine Kekse dafür. Auch, wenn es manchmal schon schwierig war, eigene -ismen zu realisieren und darüber selbst unzufrieden zu sein, wenn man diese -ismen bei sich feststellt.

Die Diskussionen die ich verfolgt habe, haben mich dabei immer wieder weitergebracht. Und auch wenn ich nicht mehr detailliert benennen kann, wer mich alles weiter gebracht hat, würde ich all den Aktivist*innen gerne einmal hiermit symbolisch Kekse in die Runde werfen.

In dem Artikel Feminism for Dudes from a Dude“ (deutsche Übersetzung bei antiprodukt.de) wird versucht deutlich zu machen, dass es nicht „um dich“ geht, wenn du dich angegriffen fühlst. Fühle ich mich aber trotzdem. Nun fühle ich mich aber angegriffen und halte die Klappe….sage mir selbst, dass es ja nicht um mich ging. Oder ich stelle fest, dass es doch um mich ging und versuche mein Verhalten zu verändern. Und immer wieder stoße ich erneut auf diese Situationen. Je mehr man Privilegien reflektiert, je mehr man die Reproduktion von -ismen vermeiden will, je mehr man dazu liest, umso mehr -ismen sind auf einmal da draußen und werden einem deutlich. Und dann macht man weiter. Und dann hofft man, dass man die Welt etwas besser macht, dass man -ismen weniger reproduziert und dann…BÄÄM….der -ismus, an dem man sich gerade beteiligt hat.

Ich finde die Auseinandersetzung mit -ismen sehr anstrengend. Aber wichtig. Und wenn man sich dann von dieser Auseinandersetzung erholen will, dann kommen sie wieder….erneute -ismen…immer mehr…immer mehr Menschen um einen rum verhalten sich sexistisch oder rassistisch…und das ist dann nur das, was ich sehe. Vermutlich gibt es genügend Menschen, die sich mit der Thematik sehr viel mehr auseinander gesetzt haben und immer noch mehr sehen. Und dann wieder verstehe ich, warum Tweets wie die von @sixtus“ (dokumentiert von @TheGurkenkaiser) entsprechende Reaktionen hervor rufen.

Und trotzdem bleiben für mich persönlich weiterhin Probleme oder Fragen offen.

1. Ich mag es, wenn jemand keinen Stock im Arsch hat. Ich kann über Unsinn lachen. Auch über Unsinn, den andere anders wahrnehmen. Und ich weiß um die Probleme darum. Aber ich lache trotzdem gerne drüber. Wie ein Freund von mir zu sagen pflegte: „Jede Randgruppe hat das Recht verarscht zu werden.“
Ich bin mit dieser Aussage nicht mehr wirklich glücklich, ich habe auch das Gefühl, dass ich das Problem darin sehe und verstehe. Und dennoch sagt etwas in meinem Kopf „Ist doch nur Spaß“ ← was ja genau das Problem ist….Unter dem Label des Humors irgendetwas zu reproduzieren.
Ich stecke in dem Dilemma, dass ich vieles lustig finde und trotzdem die Problematik sehe….und damit kommt man zu einem weiteren Problem:
2. Was soll ich machen? Wie handele ich richtig? Ich wüsste es gerne. Einfach, weil ich nicht gerne diskriminiere und weil ich „einer der Guten“ sein will. Und auch hier weiß ich, dass gerade das „einer der Guten sein“ echt ein Problem ist.
Diese Fragen und Zwickmühlen beschäftigen mich. Weil ich zugleich eine Idee von Gleichheit habe und mit mir rumschleppe, die von einer Gleichbehandlung ausgeht. Die strukturelle Hindernisse zuerst einmal im Recht abbauen will. Ich hoffe immer darauf, dass der Kopf dann folgt. Ich will so keine Datei für rechte Straftäter. Innerlich wäre es mir eine Genugtuung, wenn 3x am Tag die Polizei bei Nazis klingelt und sie für jede Ordnungswidrigkeit dran kriegt. Aber ich fände das bei Linken eine reine Schikane. Dann also gar nicht.

So sieht meine Konsequenz aus.

Und dann kommen formale Definitionen von -ismen in meinen Kopf. Und da gibt es auf einmal auf Rassismus gegen männliche Weiße. Im Rahmen der Definitionen, ja…aber was ist dann mit grundlegenden Privilegien. Und wie den Menschen Rechte gewähren und Unterstützung zukommen lassen, die insgesamt privilegiert sind, dann aber doch individuell leiden?

Es gibt einfach eine Menge Fragen. Und ich hätte total gerne Antworten. Und dann lerne ich, dass man nicht fragen soll. Zumindest vermittelt sich der Eindruck.

Und dann sehe ich immer noch so viele Widersprüche in den Diskussionen….das ist aber vielleicht nochmal einen weiteren Post wert.

TL;DR

Mir leuchtet viel noch nicht ein. Es ist anstrengend und schwierig. Ich hätte gerne Antworten. Ich weiß, dass es wohl kein geben wird…

Links vom 24.05.2012 bis 03.06.2012

Neue Links die man sich mal anschauen sollte vom 24.05.2012: