"Subjekttheoretische Überlegungen können zur Fundierung einer normativ gehaltvollen Begründung sozialpädagogischer Interventionen beitragen, indem sie auf die Ambivalenz hinweisen, die im Begriff des Subjekts selbst liegt. Während sich auf der einen Seite hier Ideen von Freiheit, Selbstbestimmung und Würde aufgehoben finden, verweist der Begriff auf der anderen Seite auf die gleichzeitige Gefährdung eben dieser hin." (Schoneville 2020:116)

Schoneville, Holger. 2020. Die (fehlende) Anerkennung des Subjekts: Aspekte einer normativen Begründung sozialpädagogischer Interventionen. In Soziale Arbeit als Projekt, Hrsg. Peter Cloos, Barbara Lochner und Holger Schoneville, 107–118. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

"Der Bildschirm ist mir immer zu klein" (soziopolis.de)

Paula-Irene Villa Braslavsky im Gespräch mit Wibke Liebhart. Über das akademische Schreiben. 

"Ich finde akademisches Schreiben generell ziemlich mühsam. Es fällt mir schwer, zum einen, weil sich dabei eine ungeheure Intensität entfalten kann, zum anderen, weil es eine serielle Tätigkeit ist. Das heißt, ich muss etwas in eine serielle Gestalt bringen, das für mich überhaupt nichts Serielles ist: Denken, Erkenntnis, Argumentation, Auseinandersetzung mit Wissen. Beim Schreiben muss immer ein Wort auf das nächste folgen, ein Satz kommt nach dem anderen. Dadurch entsteht ein Druck zu einer linearen Form, die mir zuwider ist, weil sie nicht dem entspricht, wie ich denke und wie ich argumentieren möchte. Das widerstrebt mir, weil es meine Lust an der Erkenntnis auch nicht widerspiegelt. Das Schreiben nötigt mir also eine mich befremdende Form auf. Das ist aber zugleich die Stärke des Schreibens, diese Befremdung und die Äußerlichkeit. So ein Korsett kann eben auch etwas Stützendes sein, etwas, das einen trägt, in dem eine Position eingenommen wird. Schreibkonventionen helfen auch, nicht jedes Mal neu überlegen zu müssen, was jetzt das nächste Wort sein soll."