Posts Tagged: politik

links vom 10.07.2018

  • Flüchtlingspolitik: Wie die Sprache langsam verroht – SPIEGEL ONLINE
  • georg diez schreibt in seiner kolumne deutlich und zutreffend von der beängstigenden veränderung der sprache in der flüchtlingspolitik.

    mag man politische entscheidungen noch als wirkungslos oder ohne konkrete auswirkungen begreifen, da sie nur eine geringe zahl von migrat*innen betreffen oder nur einzelne maßnahmen von einzelnen aktueren oder staaten sind, verändert doch die sprache den diskurs. es gab bereit viele hinweise und artikel dazu im vorfeld, wie die afd diskurse nach rechts verschie…

  • Bavaria: Affluent, Picturesque — and Angry – The New York Times
  • “Bavarian nationalism has been a tolerated form of nationalism since 1945,” said Klaus Reichold, who runs a cultural institute in Munich and has written about Bavarian folklore. “You could always bypass the German taboo on nationalism by being Bavarian.”

    Birgid Ley, an independent local councilor in a suburban district of Munich, said she always tells people abroad she is from Bavaria rather than Germany.

    “When you say you’re Bavarian, people think of beer and castles, not the Na…

links vom 19.06.2018

  • Migrationspolitik: Schmutzige Form der Abschreckung – Kultur – Süddeutsche.de
  • ein gelungener essay über eine ganz ekelhafte art und weise mit menschen umzugehen und diese zu instrumentalisieren

  • Gegen rechtes Denken braucht es linke Gedanken
  • Ich glaube, ein Grund dafür liegt darin, dass linkes Denken, wenn es undogmatisch ist, immer den Zweifel in sich trägt. Das ist ja gerade seine große emanzipatorische Qualität: nichts fraglos hinzunehmen, keine menschliche Ordnung für unumstößlich zu halten. Jedoch ist es bisher nicht im großen Stil gelungen, diese Qualität als Stärke herauszustellen. Zum Beispiel robust zu verfechten, dass die Freiheit des Zweifelns dem Zwang zur Gewissheit vorzuziehen sei. Dass Vielfalt nicht das G…

links vom 23.05.2018

links vom 18.05.2017

  • Juse Ju – Untergrund bedeutet/Scheitern als Chance/Lalala (splash! Mag TV Premiere) – YouTube
  • Juse Ju – Untergrund bedeutet/Scheitern als Chance/Lalala (splash! Mag TV Premiere) Juse Ju, seines Zeichens charismatischster Allround-Aktivist des deutschen Rap-Untergrunds, hat ein neues Album in der Pipeline: "Angst & Amor" heißt das Ding, das am 29.10. das Licht der Welt erblickt und mit jeder Menge intelligenter, gewitzter Lyrics besticht. In dieser splash! Mag TV Premiere stellt er direkt drei Tracks aus dem Album vor und erklärt unter anderem, was Untergrund wirklich bedeutet. "Angst & Amor" kaufen: als CD mit 11 Tracks bei https://hhv.de & https://juseju.de als Full Download mit 11 Tracks bei Amazon, iTunes & Spotify als Free Download mit 9 Tracks unter http://ift.tt/2qyn2D3 irgendwann Ende 2015 dann auch als Vinyl Facebook: http://ift.tt/2rwDeSJ Kamera & Schnitt: Arvid Wuensch Regie & Idee: Juse Ju Beat 1: Nino El Dino (http://ift.tt/2qyfDDX) Beat 2: Figub Brazlevič (http://ift.tt/1qgrUCY) Beat 3: Bluestaeb (http://ift.tt/1g3pgit) ABO: http://www.youtube.com/subscription_center?add_user=splashmagazin Website: http://ift.tt/1acTjTK Facebook: http://ift.tt/1RzgA5k Twitter: http://www.twitter.com/splashmagazin Instagram: http://ift.tt/1RzgAlC

  • Fatoni feat. Edgar Wasser & Juse Ju – DA.YO.NE ~ (prod. by Provo) – YouTube
  • Fatoni feat. Edgar Wasser & Juse Ju – DA.YO.NE ~ (prod. by Provo) "Wir 3 is wie Übertreib nicht deine Rolle 2…" Neue Single aus dem Fatoni Mixtape "Im Modus". Als Download & Stream erhältlich hier: http://ift.tt/2qy1Qgm Und als CD nur hier: http://ift.tt/2rwuY50 Prod. by: Provo Video: Juse Ju Postproduction: OH-MY Fatoni Facebook: http://ift.tt/1jsOPOr YouTube: http://bit.ly/2qVTLiw Twitter: https://twitter.com/Fatonimusik Instagram: http://ift.tt/2rwAuVj Juse Ju Facebook: http://ift.tt/23OAy0h YouTube: http://bit.ly/2qNTyBu Twitter: https://twitter.com/JuseJu_Official Instagram: http://ift.tt/2rwjVsK Edgar Wasser Facebook: http://ift.tt/1RweUIw YouTube: https://www.youtube.com/user/EWSupport OH-MY: Facebook: http://ift.tt/2rwnA9Q Web: http://www.oh-my.de

  • Brenk Sinatra x Morlockk Dilemma ft. Audio88 & Yassin – Fadenkreuz – YouTube
  • Brenk Sinatra x Morlockk Dilemma ft. Audio88 & Yassin – Fadenkreuz Brenk Sinatra & Morlockk Dilemma – Hexenkessel EP 1+2 2LP Standartedition: http://bit.ly/Hexenkessel1_2 CD http://bit.ly/Hexenkessel_CD Digital http://apple.co/2fZtj6P Tourdates: 12.05. Düsseldorf – Spektakulum Düsseldorf – Tickets: http://bit.ly/2oQuq8W 13.05. Bremen – Lila Eule – Tickets: http://bit.ly/2ox0MJJ 19.05. Münster – Hot Jazz Club – Tickets: http://bit.ly/2o0Gm8S 20.05. Freiburg – Jazzhaus Freiburg – Tickets: http://bit.ly/2nGUoKU 24.05. Nürnberg – Z-Bau – Tickets: http://bit.ly/2nNyqqv 26.05. Hamburg – Kleiner Donner – Tickets: http://bit.ly/2o613ld 27.05. Berlin – Musik & Frieden – Tickets: http://bit.ly/2kpJRpO 02.06. Luzern – Bar 59 – Tickets: http://bit.ly/2nH3NC7 03.06. Zürich – Amboss Rampe – Tickets: http://bit.ly/2o0v1Wn 09.06. Köln – Artheater – Tickets: http://bit.ly/2o5N13c 10.06. Dinslaken – Hall of Fame Dinslaken Video directed & edited by Miguel Michaud Shot by Pretty Dirty Opening credits animated by Pretty Dirty Visual FX by Miguel Michaud & Kottburschi Collective

  • Anthropologie der Deutschen: Immer pünktlich, aber sie tanzen wie Höhlenbewohner | ZEIT ONLINE
  • Nach kurzer Zeit Theorien über ein fremdes Land und seiner Bewohner aufzustellen ist so unwiderstehlich wie gefährlich. Die Erfahrungen, die ein ausländischer Gast in einem begrenzten Zeitraum an ein paar Orten sammelt, sind zu gering, um sich wirklich ein Bild von den Deutschen zu machen.

  • Bundeswehr: Parallelgesellschaft Bundeswehr | ZEIT ONLINE
  • ZEIT ONLINE: Frau Näser-Lather, Sie sind Ethnologin – erforschen aber, anders als ihre Kollegen, keine fremden Kulturen, sondern die Bundeswehr, und das schon seit mehr als zehn Jahren. Warum ausgerechnet die Bundeswehr?

  • Auffe Achterbahn – Frank Stauss
  • Die SPD landet 1,8% hinter der CDU und kassiert in NRW ihr bisher schlechtestes Ergebnis.  Die CDU gewinnt mit dem zweitschlechtesten Ergebnis ihrer Geschichte, denn das schlechteste hatte sie ja gerade erst bei der letzten Wahl. Willkommen auf der Achterbahn.

  • »Ihr Radfahrer zahlt keine Steuern, also runter von der Straße!« | Urbanist Magazin
  • Ist die Steuerlast im Straßenverkehr gerecht zwischen den Verkehrsmitteln aufgeteilt? Hin und wieder begegnet uns auf der Straße das obige Argument. Wir als Radfahrer zahlen weder Mineralöl- noch Kfz-Steuern, Autofahrer tun es.

  • Ich bin nicht stolz darauf, im „AfD-freien“ Münster zu wohnen | Andreas Kemper
  • Bis zur Einführung des 1.Mai als offiziellen Feiertags durch die NSDAP galt der 1.Mai als internationaler Kampftag der Arbeiterbewegung. Gegen diese Tradition wandte sich Hitler in seiner 1.Mai-Rede von 1933. Der 1.Mai wurde ursprünglich eingeführt in Chicago als Kampf gegen den 12-Stunden-Tag, also als Kampf gegen Arbeit nicht als Kampf für Arbeit. Die Nazis haben den 1.Mai als Tag zur „Ehrung der Arbeit“ und zur „Ehrung der Arbeiter“ („der Faust und der Stirn“) eingeführt. Am 2.Mai 1933 wurden die Gewerkschaften aufgelöst.

    Wir müssen wegkommen von der von den Nazis als Feiertag eingeführten Arbeitsverherrlichung („Arbeit macht frei“). Deutschland ist ein superreiches Land. Es geht um Umverteilung. Die Aufgabe der Arbeitslosen ist nicht, „Arbeit zu finden“, sondern ihr Leben zu verbessern, für gerechte Umverteilung zu kämpfen. Der 1.Mai sollte als Feiertag umformuliert werden in „Tag der sozialen Gerechtigkeit“ (wenn schon nicht in „Arbeiter*innenkampftag“)

  • nd vom 16.05.2017: Der Mythos vom sozialdemokratischen Nordrhein-Westfalen (neues-deutschland.de)
  • NRW und seine SPD.

links vom 05.04.2015

#piraten, wir müssen reden

oder vielmehr muss ich euch etwas sagen.

ich weiß, dass ich euch jetzt einfach pauschal gemeinsam anspreche. und ich werde nicht differenzieren. ich spreche euch als partei an.

ich habe euch gewählt. mehr als einmal. eine abgeordnete aus meinem wahlkreis hat es in den landtag geschafft. und soweit ich das als außenstehender sehe, macht sie gute arbeit. insbesondere weil sie nicht immer „auf linie“ war, sondern begründet ihre eigenen entscheidungen getroffen hat. und diese begründungen offengelegt hat. weil sie immer gesprächsbereit war. weil sie nachdenkt. weil sie offen für neues ist. weil sie transparente politik macht und diese begründen kann.

ich war nicht immer mit ihr einer meinung. darüber haben wir uns konstruktiv austauschen können.

das mag ich. immer noch. und ich glaube, dass es in diesem falle so bleiben wird.

daneben fand ich viele dinge, die ihr zu eurem thema gemacht habt, wichtig fand und bei vielen perspektiven mitgehen konnte. das war so bei den kernthemen und das war im rahmen der programmerweiterung immer noch so.

und dann gab es streit. euch wurde vorgeworfen, dass ihr euch öffentlich bekriegt und dadurch wähler verliert. ich ging immer davon aus, dass ihr das offen austragt, was andere im stillen kämmerlein machen. das ist vielleicht nicht immer schön gewesen, manch einer hat über die stränge geschlagen, aber es war eine auseinandersetzung, die dann doch immer zu lösungen zu kommen schien. zumindest war das mein eindruck.

und dann kam das #bombergate und die auseinandersetzung wurde unterirdisch. es war die phase, in der die piraten für mich schwierig wurden. die art der auseinandersetzung, die sichtweise, das #bombergate eine verhöhnung der opfer sei  und vor allem die unglaublich starke rechte strömung innerhalb der piratenpartei haben mich schockiert.

und dann wurden die piraten sehr schwierig. auf einmal meinte man, dass es legitim sei, maskierte aktivist_innen zu identifizieren und das ergebnis zu veröffentlichen.

aber ich hatte einen funken hoffnung, dass in der partei ein selbstreinigungsprozess einsetzt.

und dann kam der #orgastreik. und damit habt ihr meine sympathie verspielt. eine partei, die für freiheit, gegen zensur und unterdrückung eintritt und dann eine zentrale infrastruktur ausschaltet, die werde ich nicht wählen. wer das in irgendeiner form für legitim hält, der irrt sich. gegen solche ideen seid ihr mal angetreten. zumindest dachte ich das.

das ist schade. aber ihr habt mich enttäuscht. und wenn ihr nicht extrem viel arbeitet, dann auch einen wähler verloren.

im moment befürchte ich, dass die piratenpartei deutschland den klarnamenzwang im internet einführen wird, überwachungsinfrastruktur zur verfolgung von unpassenden meinungen einführen möchte und mitgliederdaten an die nsa-sendet.

links vom 17.09.2013

    Netzpolitik: Sprengt die goldenen Digital-Käfige! | ZEIT ONLINE
    @kattascha über das netz und unterschiedliche dienste dort als infrastruktur. ich habe darüber auch schön einmal nachgedacht.allerdings bin ich sehr unsicher, ob wir facebook zur infrastruktur machen sollten. selbst wenn es dezentral wäre. vermutlich muss man dazu noch einige argumente austauschen.

    Das öffentliche Leben findet zunehmend im Netz statt. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieses Netz weiter zu einer Shopping-Mall mit privatem Sicherheitsdienst degeneriert. Das Internet ist nicht primär Markt, sondern zu allererst kritische Infrastruktur der digital vernetzten Demokratie. Deshalb müssen wir es beschützen mit allen politischen Mitteln, die wir haben.

    Identitätsmanagement: Das neoliberale Selbst – Überwachung – FAZ
    neoliberale identität im internet. allerdings nicht nur dort. vertiefend bietet sich dazu focault mit seiner idee von gouvernementalität.

    Hubertus Kohle: Für Open Access in den Geisteswissenschaften
    hubertus kohle über open access in den geisteswissenschaften. für die sozialwissenschaften dürfte es da einige parallelen in den vorteilen geben.

überwachung und datenschutz – prism, tempora, facebook, twitter und der user

im rahmen der bekannt gewordenen überwachungsprogramme prism und tempora denkt man natürlich noch einmal anders über überwachung und datenmissbrauch nach. es ist nicht so, dass ich mir nie gedanken darum gemacht habe, aber die perspektive verschiebt sich ja  schon nochmal, wenn solche umfassenden programme bekannt werden..

auch wenn ich bisher zu prims und tempora auch nur die presseberichte und diverse beiträge in blogs verfolgt habe, ist mir doch einiges aufgefallen. dies kam vor allem immer wieder in den kommentaren unter presseberichten zum vorschein und in blogbeiträgen von technisch versierten nutzern. insgesamt geht es mir dabei um zwei dinge, die mir in der debatte auffallen.

zum einen sind es die durchmischungen unterschiedlicher ebenen, zum anderen die anforderungen an den user.

die ebenen des datenschutzes

in den kommentaren unter presseberichten kommt immer wieder der hinweis auf die nutzer, die eben im netz dinge von sich preisgeben und facebook und/oder twitter nutzen. der hinweis auf die nutzung von facebook und anderen social network sites scheint mir aber völlig abseits von den überwachungsprogrammen zu liegen. ich denke, dass man hier drei ebenen unterscheiden muss.

die erste ebene ist die der öffentlichen kommunikation. das, was ich hier tue und was viele andere im netz tun. in blogs, bei facebook und twitter oder irgendwo anders. jeder, der etwas ins netz schreibt, der dinge teilt. auf dieser ebene wird datenschutz zumeist unter der frage thematisiert, dass andere menschen die eigene adresse herausbekommen, der zukünftige arbeitgeber bilder von partys sieht oder man über den chef meckert und anschliessend gekündigt wird. hier ist der user verantwortlich für das, was er erzählt. so wie man an bestimmten orten darauf achtet, was man jemandem sagt.

die zweite ebene ist die des datensammelns durch unternehmen. facebook, twitter, google ebenso wie all die werbetracker und ähnliches. hier kann man sicher die verantwortung auf den user verschieben. dienste nicht nutzen, nur pseudonyme verwenden, ad- und tracking-blocker nutzen, mails verschlüsseln und vpn-software nutzen.

all das kann sicherlich tun. aber mir scheint doch, dass ein großteil der user all dies nicht tut. man schaltet seine geräte ein und möchte möglichst einfach seine dienste nutzen. viele soziale komponenten des netzes würden sicherlich verlorengehen, wenn die menschen erst einmal wirklich agb’s lesen und sich mit all diesen sicherheitsmaßnahmen beschäftigen. ich glaube, dass ein großer teil des erfolges des netzes darauf beruht, dass es einfach geworden ist. eine eigene website? ein blog? kollaboratives arbeiten? vernetzung mit freunden? um all diese dinge umzusetzen benötigt man inzwischen deutlich weniger kompetenzen, als das einmal der fall war. auf dieser ebene scheint mir eine große verantwortung eben auf seiten der anbieter zu liegen. weniger tracken, daten löschen, daten nicht personengebunden aufbewahren. als dies wären kleine und mir sinnvoll erscheinende ansätze.

die dritte ebene ist die der staatlichen überwachung. hier greifen prism und tempora. hier werden systematisch daten über menschen und deren intimste dinge abgefangen. und ähnlich wie auf der zweiten ebene, kann man sicherlich die verantwortung auf den user verlagern. würde dieser sicher kommunizieren, dann könnte die geheimdienste zumindest deutlich schwerer an die daten gelangen. aber hier spielt auch wieder das einfache eine rolle. und hinzu kommt eine “ich habe nicht zu verbergen”-perspektive. und über diese ebene muss man reden. denn hier spielen sich politische entscheidungen ab, die sich auf die beiden anderen ebenen auswirken. wenn man firmen regeln zum umgang mit daten gibt, dann kann man kontrollieren und einen rahmen setzen. wenn man sich gedanken über rechte von arbeitnehmern macht, dann kann man sicherlich auch brisanz aus veröffentlichungen in sozialen netzwerken nehmen. das sind aber politische entscheidungen. und eine politik, die die bürger abhört, die daten auf vorrat sammelt, die finde ich falsch. grundsätzlich falsch. politik sollte diese daten nicht sammeln. sie sollten es anderen verbieten und regeln aufstellen, die ein leben in freiheit ermöglichen.

ich wünsche mir eine politik, die mich schützt. die mich in den momenten, in denen ich nicht auf meine daten geachtet habe, weil datenschutz ein breites, schwieriges feld ist.

auch wenn eine solche politik gerade nicht möglich erscheint, sollte man diese idee nicht aufgeben. und man sollte in der debatte diese ebenen trennen.

auf einer querliegenden ebene, scheinen mir die anforderungen an die user zu liegen. in den ebenen habe ich diese bereits erwähnt. aber es gab zwei hinweise, die ich hier beispielhaft in den blick nehmen möchte. das eine ist ein beitrag bei den sozialtheoristen. stefan schulz schreibt dort

Zweitens darf die individuelle Entscheidung darüber, ob man Daten verschlüssele, nicht davon abhängig gemacht werden, ob man etwas zu verbergen habe. Nur Floskeln und Grüße werden auf Postkarten verschickt, alles Weitere gehört in einen Briefumschlag, den erst der Empfänger öffnen darf und nicht bereits der Postbote und der Pförtner. Ebenso gehört der private Computer abgeschlossen, wie auch eine Wohnungstür abgeschlossen wird. Es handelt sich dabei um Selbstverständlichkeiten, die keinen Wandel im Bewusstsein erfordern, sondern nur einen kurzen Moment Aufmerksamkeit.

Die E-Mail-Verschlüsselung per PGP kann in Windeseile eingerichtet werden und wird, weil sie zum Standard wurde, überall, wo Menschen auf Vertraulichkeit wert legen, verstanden. Festplattenverschlüsselungen gehören heute sogar zur Ausrüstung vieler Modelle ab Werk. Man muss nur den Weg dorthin finden, wo das Passwort zu setzen ist. Selbst für Kurznachrichten auf dem Handy sind die verschlüsselten Alternativenheute weder teurer noch impraktikabler als die etablierten Apps, die wie beispielsweise „Whatsapp“ derzeit 25 Milliarden Kurznachrichten pro Tag im Klartext versenden. Verschlüsselungen würden nicht verhindern, dass Geheimdienste weiterhin alles mitspeichern, aber die Speicher wären gefüllt mit inhaltsleeren Zeichenketten.

Drittens, und das ist eine gesellschaftliche Aufgabe, für deren Umsetzung man sich auf die Politik nicht verlassen kann, müssen auch Verkehrsdaten weitestgehend unkenntlich gemacht werden. Es ist absurd, dass sich alle deutschen Studierenden per VPN-Zugang in die Netzwerke ihrer Hochschulen einwählen, aber während ihres gesamten Studiums nie erfahren, welch wirkmächtige Technologie sie dabei benutzen. Per VPN lassen sich verschlüsselte Datenkanäle zu entfernten Servern schaffen, von denen aus auf das Internet zugegriffen wird. Der eigene Serviceprovider, der für die Internetverbindung bis zur Telefondose in der Wand zuständig ist und üblicherweise gar nicht darum herumkommt, von jedem einzelnen Bit Notiz zu nehmen, erfährt dadurch nichts mehr. Wer nun noch seine Datenverbindung zu Google, Facebook, Twitter und Co. per SSL verschlüsselt, kommt damit schon recht weit. Denn wie es scheint, das legt auch der Name des Spionageprogramms “Prisma” nahe, greifen die Geheimdienste die Verkehrsdaten des Internetverkehrs kurz vor den Servergebäuden der Internetdienste und Serviceprovider auf offener Strecke ab. Dort, wo Daten per Glasfaser transportiert und per Prisma abgelenkt werden, sind per VPN und SSL verschlüsselte Inhalte unkenntlich.

und felix schwenzel weist darauf hin schreibt mit bezug auf den beitrag von stefan schulz

ich habe mich dieser tage öfter gefragt, wer von denjenigen die sich übers merkels #neuland-ausspruch lustig gemacht haben, ihr emails verschlüsseln können. oder ihre webseiten auch über SSL/https gesichert anbieten. wenn dieses internet kein neuland mehr ist, müsste doch eigentlich auch jeder ehemalige pionier wissen, wie man sich dort sicher und unbeobachtet bewegen kann.

an beiden stellen kommt bei mir an, dass der user sich um seine sicherheit kümmern soll. wo dort die haken liegen, dass habe ich oben bereits angesprochen. und diese verlagerung scheint mir wichtig und gefährlich zugleich. wichtig, weil man sich damit auseinandersetzen sollte, um auf diese technologien zurückgreifen zu können. für gefährlich halte ich das ganze, weil es die staaten, die politik und auch die betreiber von online-diensten aus der verantwortung nimmt. es verweist sie zurück auf sich selbst und legitimiert damit staatliche überwachung.

Links vom 07.06.2013

Neue Links die man sich mal anschauen sollte vom 07.06.2013:

Links vom 14.05.2013

Neue Links die man sich mal anschauen sollte vom 14.05.2013:

„Der ist süß, den wähle ich vielleicht“ – Deus ex Machina

      Teresa Bücker macht sich Gedanken um ihre kleine Schwester. Und legt dabei eine kluge Analyse der Außenwirkung der Piraten vor.

Anstatt den Gegenentwurf zur etablierten politischen Kultur zu realisieren, haben die Piraten sich als Nischenpartei verschlossen. Offenheit und Inklusion bringt man mit ihnen nicht mehr in Verbindung. Gegen das dicke Fell, das eine Person, die Verantwortung in der Partei übernehmen will, mitbringen muss, wirken andere Parteien kuschelig. Der Flausch hat die letzten Federn verloren.

re:publica 2013: Netzkultur vs Urheberrecht – YouTube
Ronny vom Kraftfuttermischwerk und Rene von Nerdcore debattieren auf der Re:Publica 13 das Urheberrecht und dessen Verhältnis zur Netzkultur.

Ronny wurde übrigens freigesprochen

Nottinghamshire Police – Mr and Mrs Speed profited from amphetamines
Mrs und Mr Speed verhaftet wegen Speed. Da war der Name Programm. Man könnte fast fragen, ob sie mit diesem Namen je eine andere Wahl hatten als Speed zu dealen. Vielleicht illegale Autorennen?