COLLAB | Interdisciplinary Games

COLLAB ermöglicht eine spielerische Reflexion in interdisziplinären Teams und zielt darauf ab, die Kommunikation und Kooperation zu verbessern.

Durch COLLAB können Sie disziplinäre Grundsätze und Eigenheiten strukturiert adressieren, diskutieren, vergleichen und sich über diese austauschen. So können Sie und Ihr Forschungsteam eine gute und effektive Kommunikation gestalten und neue Erkenntnisse gewinnen. 

Mazda Adli: "In der Sehnsucht nach dem Land liegt ein Trugschluss" | ZEITmagazin

passend dazu:

„Die immer noch fortdauernde kulturelle Differenz von Stadt und Land ist eine, wenn auch gewiss nicht die einzige und wichtigste, der Bedingungen des Grauens. Jeder Hochmut gegenüber der Landbevölkerung ist mir fern. Ich weiss, dass kein Mensch etwas dafür kann, ob er ein Städter ist oder im Dorf groß wird. Ich registriere dabei nur, dass wahrscheinlich die Entbarbarisierung auf dem platten Land noch weniger als sonst wo gelungen ist. Auch das Fernsehen und die anderen Massenmedien haben wohl an dem Zustand des mit der Kultur nicht ganz Mitgekommenseins nicht allzu viel geändert. Mir scheint es richtiger, das auszusprechen und dem entgegenzuwirken, als sentimental irgendwelche besonderen Qualitäten des Landlebens, die verloren zu gehen drohen, anzupreisen. Ich gehe so weit, die Entbarbarisierung des Landes für eines der wichtigsten Erziehungsziele zu halten. Sie setzt allerdings ein Studium des Bewusstseins und Unbewusstseins der Bevölkerung dort voraus. Vor allem auch wird man sich zu beschäftigen haben mit dem Aufprall der modernen Massenmedien auf einen Bewusstseinsstand, der den des bürgerlichen Kulturliberalismus des 19.Jahrhunderts längst noch nicht erreicht hat.“

 (Theodor W. Adorno: Erziehung nach Ausschwitz)

Sie haben noch etwas zu sagen

Keinen Mundschutz zu tragen genügt manchen Intellektuellen nicht. Sie müssen ihn partout schlechtreden. In den Protesten gegen die Pandemiebekämpfung kehrt Max Schelers „Ressentimentmensch“ verändert wieder.

Fisher-Price: Homeoffice to Hell | ZEIT Arbeit

carolin morales über das home-office spiel set von fisher price

Denn egal wie "düster" sie ausgerechnet privilegierte weiße Redakteure der Washington Post nun empfinden mögen, ermöglichen Homeoffice-Sets kleinen Mädchen und Jungs, sich unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Geschlecht wie ein CEO zu fühlen oder sich in die Rolle einer Entscheiderin hineinzuträumen. Eine Welt, die im Gegensatz zur Puppenküche nicht für das traditionelle Familienbild steht und es offenlässt, wie Mama und Papa sich mit der Kinderbetreuung abwechseln.

Und vielleicht blicken Mädchen oder Jungs, die in ihrer Kindheit Homeoffice gespielt haben, im Erwachsenenalter anders auf die Notwendigkeit der Versorgerehe. Womöglich ist für sie faire Bezahlung, eine gerechte Aufgabenteilung und ein ausgeglicheneres Arbeitsleben selbstverständlich. Dem Konzern Mattel, der übrigens Presseanfragen von US-Journalistinnen zu dem Set unbeantwortet lässt, Idealismus zu unterstellen, wäre vermutlich zu hoch gegriffen. Aber dennoch zeugen genau diese Spielzeuge von einer Gesellschaft, die ganz offenbar mehr Parität, neue Vater- und Mutterrollen und mehr Teilhabe am Leben ihres Nachwuchses durch flexibles Arbeiten lebt. Auf diese (hoffentlich) guten Nachrichten, einen Latte to go!

"Der Bildschirm ist mir immer zu klein" (soziopolis.de)

Paula-Irene Villa Braslavsky im Gespräch mit Wibke Liebhart. Über das akademische Schreiben. 

"Ich finde akademisches Schreiben generell ziemlich mühsam. Es fällt mir schwer, zum einen, weil sich dabei eine ungeheure Intensität entfalten kann, zum anderen, weil es eine serielle Tätigkeit ist. Das heißt, ich muss etwas in eine serielle Gestalt bringen, das für mich überhaupt nichts Serielles ist: Denken, Erkenntnis, Argumentation, Auseinandersetzung mit Wissen. Beim Schreiben muss immer ein Wort auf das nächste folgen, ein Satz kommt nach dem anderen. Dadurch entsteht ein Druck zu einer linearen Form, die mir zuwider ist, weil sie nicht dem entspricht, wie ich denke und wie ich argumentieren möchte. Das widerstrebt mir, weil es meine Lust an der Erkenntnis auch nicht widerspiegelt. Das Schreiben nötigt mir also eine mich befremdende Form auf. Das ist aber zugleich die Stärke des Schreibens, diese Befremdung und die Äußerlichkeit. So ein Korsett kann eben auch etwas Stützendes sein, etwas, das einen trägt, in dem eine Position eingenommen wird. Schreibkonventionen helfen auch, nicht jedes Mal neu überlegen zu müssen, was jetzt das nächste Wort sein soll."

Thomas Mann: Der Autor und sein Homeoffice | ZEIT ONLINE

eine schöne bestandsaufnahme zur routine von thomas mann.

Stattdessen reichen die Aufstehzeiten oft von sieben bis zehn (!), von "sehr früh auf" und "versehentlich um 7 auf" über "zu spät auf", "zu spät auf, verschlafen" bis hin zu "zu lange geschlafen" und "lange geschlafen, mehrfach ins Bett zurückgekehrt". Die "Arbeitsstimmung" ist mal "lebhaft" und "eifrig", viel öfter aber "mühsam", "versucht", "ohne Freude", "verdrossen" und "gequält". Die sagenumwobenen drei nobelpreisträchtigen Stunden schrumpfen hier unter der Schreibhand auf eine Stunde oder anderthalb zusammen, in denen oft "wenig" oder "leidlich" gearbeitet wird, mitunter auch einfach "fruchtlos", "ergebnislos" oder gar nicht. Darin mischen sich Scheu und Zweifel mit "vergeblichen Versuchen" und gelegentlicher "Arbeitserwärmung". Wie bei jedem Gerücht gibt es auch hier eine Menge Ablagerungen und Weitererzählungen um einen wahren Kern. Die Wahrheit ist: Es gab diese Routine. Aber nur als Wunsch.